Ausgabe 01/2019

motorist 0119Ausgabe 01/2019 Inhaltsverzeichnis

Vom schwäbisch/österreichisch Teschnik-Hersteller
zum internationalen Konzern

AL-KO gibt weiter Gas

AL-KO ist seit vielen Jahren eine Größe am österreichischen und internationalen Gartenmarkt. In dieser Zeit hat sich das Unternehmen von einem reinen familiengeführten Unternehmen mit den Bereichen Garten, Fahrzeugtechnik und Lufttechnik zu einem internationalen Konzern entwickelt. Heute ist die AL-KO Kober SE ein Teil des Primepulse-Verbundes. ÖMM sprach mit AL-KO GF Gernot Trippold und Produktionschef Harald Oswald.

Die AL-KO Gardentech Austria GmbH, das einzige produzierende AL-KO- eigene Werk für Gartentechnik mit Sitz in Obdach in der Steiermark, wurde 1965 als Produktionsstätte für Beton- produzieren am einzigen europäischen mischer gegründet, 1998 wurden die AL-KO Gardentech-Standort 225 bis ersten Traktoren erzeugt, 2006 begann 300 Mitarbeiter neben Rasenmähern die Produktion der erfolgreichen High- und Traktoren auch Laubsauger, wheeler Rasenmäher, seit 2012 wer- Kettensägen, Häcksler und Robo- den der Rasenroboter Robolinho und termäher für die Marken SOLO by seit 2015 die Akkumäher Moweo und AL-KO, AL-KO und OEM-Kunden. Powerflex in Obdach erzeugt. Heute Weitere Produkte werden in Fernost zugekauft. Jährlich verkauft die Gardentech 400.00 Rasenmäher, 200.000 Pumpen, 35.000 Traktoren und 30.000 Roboter, sowie Holzspalter, Motorsensen, Motorhacken – und seit der Übernahme des australischen Herstellers Masport im letzten Jahr auch Griller.

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www.al-ko.com/at

ÖMM: Primepulse klingt nach Investmentgesellschaft und schnellem Geld. Wer und was ist Primepulse und wie fügt sich die AL-KO Kober SE hier ein?

Trippold: Zur Primepulse-Gruppe, die heute im Wesentlichen von Klaus Weinmann (Gründer der Cancom) sowie Stefan und Raymond Kober, den Enkeln des AL-KO-Gründers Alois Kober geführt wird, gehören Technologie- und Elektronik-Konzerne, eine Immobilienfirma, sowie die AL-KO Kober SE, unter deren Dach sich die Bereiche Automotive, Lufttechnik und eben unsere AL-KO Gardentech befinden.

ÖMM: Als die Branche von der Umstrukturierung, Zuund Verkäufen im Rahmen der AL-KO Gruppe hörte, hat so mancher Insider erwartet, dass sich die AL-KO-Gruppe vom Segment Garten trennen würde. Das Gegenteil war der Fall: In Obdach wurde ausgebaut und der Gartenbereich unter anderem auch durch Zukäufe gestärkt. Zuletzt wurden mit der Trennung von Vertrieb und Produktion in Obdach die Strukturen wieder verändert.

Trippold: Die Umstrukturierung der AL-KO Gardentech hat sich mit der weltweiten Umstrukturierung ergeben. Bis zum Frühjahr 2018 gab es am einzigen Standort, der sich weltweit mit Produktion und Vertrieb von AL-KO Gartengeräten auseinandergesetzt hat, die AL-KO Gardentech Austria GmbH mit Sitz in Obdach. Ab diesem Zeitpunkt wurden Produktion und Vertrieb getrennt. Unter dem Dach der AL-KO Gardentech Austria GmbH haben wir jetzt die AL-KO Production Austria GmbH und die AL-KO Gardentech Austria GmbH. Die beiden Unternehmen sind rechtlich zwar völlig getrennt, arbeiten in der Praxis aber zusammen, beispielsweise was Vertriebs und Produktions-Logistik, Buchhaltung oder Einkauf, sowie Personalthemen betrifft. Die AL-KO Production GmbH wird von Harald Oswald, gemeinsam mit dem jeweiligen deutschen Geschäftsführer geführt. Das war bis Ende des vergangenen Jahres Dr. Wolfgang Hergeth. Die AL-KO Gardentech Austria GmbH wird mit Herrn Oswald als Prokurist und mir als Geschäftsführer geleitet. Wobei nach alter AL-KO-Manier immer zwei Geschäftsführer das Unternehmen leiten. Hier wird es in den nächsten Wochen einen Nachfolger von Herrn Hergeth geben.

ÖMM: Noch kurz zurück zu Primepulse: Wie viel Einfluss nimmt der Konzern auf die AL-KO Gardentech?

Trippold: Stefan Kober als Primepulse-Aufsichtsratsvorsitzender hat natürlich eine enge Verbindung zur Gardentech, schon allein aus der Familienhistorie. Aus dem Tagesgeschäft hat er sich aber weitgehend zurückgezogen und widmet sich vorwiegend strategischen Entscheidungen.

ÖMM: Apropos strategische Entscheidungen. Die AL-KO Gardentech hat in den letzten fünf Jahren SOLO gekauft, Masport übernommen und Mitte 2018 hat sich Al-KO mit Rochford Garden Machinery den englischen Markt gesichert. Seit 1. Oktober 2018 gehört auch die Gardentech d.o.o. in Zagreb (Kroatien) zum Unternehmen. Was kann der Markt hier noch erwarten?

Trippold: 2014 wurde die Gartengeräte-Schiene von SOLO gekauft, 2018 der australische Hersteller Masport übernommen. 2018 kam dann noch der englische AL-KO Importeur Rocheford dazu, der allerdings bald AL-KO UK heißen wird. Bei Masport wird es derzeit noch keinen Markennamenwechsel geben, weil Masport als Marke stark in Australien und Neuseeland positioniert ist und sowohl in Neuseeland als auch in Australien Marktführer bei Benzin-Rasenmähern ist, und eine hohe Marken-Bekanntheit auch im Barbecue/Grillerbereich besitzt. Während Masport in Österreich keine große Rolle spielt, gibt es in Deutschland einen Importeur, der eine erhebliche Anzahl von Masport-Mähern verkauft.

ÖMM: Kann man davon ausgehen, dass in nächster Zeit auch die Masport-Mäher in Europa unter der Marke AL-KO verkauft werden?

Trippold: Eine Antwort auf diese Frage ist noch verfrüht. Erstens ist der Zukauf noch relativ jung und die Saisonen in Down Under gegenüber Europa verlaufen antizyklisch. Lassen Sie mich das so sagen: Es ist angedacht, aber noch nicht durchgeplant. Wobei man das Masport-Sortiment nicht eins zu eins auf Europa umlegen kann. Die Europäer wollen schöne, durchdesignte Rasenmäher, in Australien sind eher die rustikalen Geräte erwünscht. Aber wir werden versuchen, auch in Australien und Neuseeland mit unseren eigenen Entwicklungen, Stichwort Rasenroboter oder Rasentraktor, Markt gut zu machen.

ÖMM: Mit Rochefort hat sich AL-KO den britischen Markt gekauft, mit der Gardentech d.o.o. in Zagreb soll der südosteuropäische Markt verstärkt betreut werden.

Trippold: Rochefort war seit 2004 unser Importeur und wir sind nun auf dem besten Weg, die Marken AL-KO und SOLO by AL-KO auch in Großbritannien entsprechend zu platzieren.

ÖMM: Dann wären wir wieder bei dem Thema SOLO.

Trippold: Da muss ich kurz unterbrechen: Es heißt SOLO by AL-KO.

ÖMM: Tatsache ist aber, dass – gerade am Anfang – nicht alle Händler mit allen Produkten glücklich waren.

Trippold: Da bin ich nicht Ihrer Meinung. Wir haben uns damals mit der SOLO-Gerätesparte eine Marke gekauft, die in Deutschland und auch Österreich gut etabliert war. Bei dem einen oder anderen Gerät, das muss ich bestätigen, war die Technologie möglicherweise schon im Auslaufen, Stichwort Abgasnormen bei Kettensägen. Aber für eine Reihe von Märkten in Europa hat die Marke sehr wohl einen Sinn gemacht.

ÖMM: Was kann man nun von der Marke SOLO by AL-KO erwarten?

Trippold: Wir sind mit unserer Marke SOLO by AL-KO eines der wenigen Unternehmen, die eine eigene Marke ausschließlich für den Fachhandel anbietet. Wir sind überzeugt davon, dass wir mit den Geräten der Marke SOLO by AL-KO dem Fachhandel Geräte in die Hand geben, die exklusiv zu verkaufen sind und auch die gewünschte Qualität bieten können.

ÖMM: Die Marke AL-KO wird über alle Vertriebskanäle verkauft, auch über den österreichischen Diskonter Hofer.

Trippold: Wir haben es in den letzten Jahren gerade über diese Kanäle wie Hofer in Österreich und Aldi in Deutschland geschafft, die Bekanntheit der Marke stark zu erhöhen. Das hat auch stark dazu beigetragen, dass wir uns in den letzten Jahren zum Marktführer hinaufarbeiten konnten. Unser Durchbruch begann mit der Produktion in Obdach 2007 mit dem silbernen Highwheeler, dem Jubiläumsmodell zum 75. Geburtstag von AL-KO. Diese Mäher mit den beiden großen Hinterrädern haben für uns den Markt geöffnet. Deshalb sind wir sehr stolz, dass wir nicht nur beim Fachhandel, nicht nur im Baumarkt, sondern auch bei einem Hofer vertreten sein dürfen. Das tut dem Fachhandel teilweise noch weh, aber mittlerweile haben das auch unsere Fachhändler akzeptiert und vielfach sogar schätzen gelernt. Die Aussage: „Leute das kennt´s eh. Das ist ein AL-KO und der kommt aus Österreich“, ist auch für den Endverbraucher ein Kaufargument.

ÖMM: Wie stark ist die qualitative Trennung zwischen den AL-KO-Geräten und der Marke SOLO by AL-KO?

Trippold: Grundsätzlich sind die Geräte unterschiedlich aufgebaut. Wir reden von professionellen Geräten im SOLO by AL-KO-Bereich und andererseits einem Hobbygerät der Marke AL-KO. Aber auch die AL-KO-Geräte sind für Consumer-Geräte von hoher Qualität. Sie werden kaum einen Fachhändler finden, der mit der Qualität des AL-KO-Traktors unzufrieden ist. Wenn es um Rasenmäher und Traktoren geht, haben wir eine unheimlich hohe Kernkompetenz. Wir holen ganz gut auf, wenn es um Roboter geht. Kettensägen werden nicht wirklich mit der Marke SOLO by AL-KO verbunden. Wir werden allerdings weiter Kettensägen, auch unter der Marke SOLO by AL-KO produzieren, allerdings werden wir unser Sortiment fokussierter betrachten.

ÖMM: In den letzten Jahren haben immer mehr Hersteller, so auch AL-KO, den Vertrieb über Internet verstärkt. Wie sehen Sie hier die Entwicklung. Wird sich die Funktion des Fachhandels dadurch verändern?

Trippold: Also, um das eindeutig klar zu stellen: Ohne Fachhandel geht es auch in Zukunft nicht. Und wenn Sie unsere Online-Aktivitäten ansprechen: Ja, wir waren die Ersten, die einen eigenen Internet-Shop hatten. Aber hier werden ausschließlich AL-KO Produkte angeboten. SOLO by AL-KO-Geräte werden niemals direkt an den Endverbraucher verkauft, sondern ausschließlich über den Fachhandel. Was allerdings möglich ist: Der Konsument sucht sich das gewünschte SOLO by AL-KO Gerät im Internet aus und kriegt es entweder über den Fachhändler betriebsbereit zugestellt oder er holt es sich selbst beim Fachhändler ab. Man kriegt niemals ein SOLO by AL-KO-Gerät im Karton. Und es gibt auch kein SOLO by AL-KO-Gerät bei Amazon und Alibaba. Geräte der Marke AL-KO gibt es im Karton, entweder abholbereit beim Fachhändler oder Baumarkt oder es wird dem Käufer direkt zugestellt. In beiden Fällen bekommt der Fachhändler, den sich der Konsument im Internet-Shop aussucht, seine Provision.

ÖMM: Welche Rolle spielen Amazon und Alibaba heute im Vertrieb eines Herstellers?

Trippold: Alibaba spielt in diesem Segment – noch – keine Rolle. Aber wer nicht am Mond wohnt weiß, dass man ohne Amazon als Unternehmen heute nicht vorhanden ist. Viele Endverbraucher informieren sich nicht mehr in erster Linie bei Google, sondern bei Amazon. Wir verkaufen auch über Amazon – aber ausschließlich AL-KO Geräte. Ein Gerät der Marke SOLO by AL-KO werden Sie bei Amazon oder Alibaba nicht finden.

ÖMM: Gehen wir zurück zu den Anfängen von AL-KO. Seit Mitte der sechziger Jahre produziert der deutsche Hersteller in Obdach in der Steiermark. Wo liegen hier die Schwerpunkte?

Oswald: Wir produzieren in Obdach Benzin-Rasenmäher, Akku-Rasenmäher, Rasentraktoren, Robotermäher, aber auch eine kleine Gartenwalze für SOLO by AL-KO, AL-KO, aber auch OEM-Kunden. Außerdem stellen wir auch noch eine kleinere Menge an Industriekomponenten her.

ÖMM: In Obdach werden vor allem Qualitätsgeräte im Benziner-Bereich produziert. Benziner haben aber ein Ablaufdatum. Was wird passieren, wenn der Markt zum Großteil mit Akkugeräten beliefert werden will? Wird Obdach als Produktionsstätte für Gartentechnik dann ausgedient haben?

Oswald: Der Trend geht ganz eindeutig in Richtung Akkumäher, aber von der Wertschöpfung her ist es egal, welchen Motor wir aufbauen. Wir kaufen auch jetzt die Motoren zu und produzieren sie nicht selber. Vereinfacht gesagt: Wenn wir den Benzinmotor runter nehmen und einen Elektromotor mit Akku und Controller draufsetzen, dann macht das für uns keinen Unterschied. Abgesehen davon: Man kann ja auch heute schon größere Schnittbreiten mit Akku betreiben und da zahlt es sich schon aus, diese Geräte in Obdach zu montieren.

ÖMM: Sie sehen also keine Einbußen in Obdach, sondern eher eine Expansion? Sie werden mehr an Produktion nach Obdach – auch von Produkten, die derzeit in China produziert werden – verlagern. Ist das wirtschaftlich sinnvoll?

Oswald: Wir bieten derzeit drei Akku-Linien an: Die AL-KO EasyFlex-Einstiegs-Variante, die AL-KO Energy-Flex-Linie und die SOLO by AL-KO Powerflex Modelle. Das heißt wir sind sehr wohl zukunftsfähig aufgestellt. Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten Jahren verstärkt auch Akkugeräte in Obdach produzieren werden.

ÖMM: Die Transportkosten aus China steigen kontinuierlich an. Ist es vielleicht gescheit, sich wieder auf europäische Produktionsstätten zu konzentrieren, um die Kosten unter anderem im Bereich der Logisitik im Rahmen zu halten? Dazu kommt noch der Handelsstreit Amerika-China – und China subventioniert die Unternehmen nicht mehr so stark wie in früheren Jahren.

Oswald: Es kommt uns Europäern natürlich zugute, dass sich auch ein Wirtschaftsland wie China entwickelt. Sie wissen ja, dass es in China statt der bei uns üblichen Lohnerhöhungen von einmal jährlich zwei bis drei Prozent mindestens zwei bis dreimal jährlich ganz kräftige Lohnsteigerungen gibt. In China steigen Lohn-, Produktionsund Transportkosten. Wir sitzen in Obdach mitten in Europa, mitten in unserem Hauptmarkt und haben dadurch vor allem von der Logistik her – speziell bei den größeren Geräten wie Traktoren und Profi-Rasenmähern – große Vorteile.

ÖMM: In den letzten Jahren hat sich nicht nur im Vertrieb, sondern auch im Bereich Technik einiges verändert. Zweitakter sind nur mehr vereinzelt im Programm, auch Viertakter sollten in den nächsten zehn Jahren fast verschwinden und den Dieselgeräten geht es wahrscheinlich auch bald an den Kragen. Hohe Zuwachsraten haben vor allem Akkugeräte. Wie sehen Sie hier die Zukunft? Welche Produkte gehören in Zukunft zum Stammsortiment und wie muss sich ein Produzent und der Fachhändler darauf einstellen?

Trippold: Wenn ich den Gartenbesitzer des Jahres 2025 nehme, dann gehört ihm ein Roboter für den Rasen und ein Akku-Rasenmäher um die Kanten zu schneiden. In diesem Akku-Rasenmäher hat er einen Akku drinnen, den er für sämtliche Akkugeräte, wie eine Ast- oder Heckenschere verwenden kann. Größere und extensiv benutzte Flächen werden mit dem Traktor oder mit einem Benzin-Rasenmäher mit Seitenauswurf gemäht. Ich glaube daran, dass es eine massive Verschiebung im Rahmen der Antriebstechnologie von Benzin zu Akku geben wird. Aber dass Benzingeräte komplett verschwinden, das glaub ich nicht. Allerdings arbeiten die Hersteller auch schon an Akku-Traktoren. In Amerika gibt es bereits Zero Turns auf AkkuBasis. Wenn sich die Batterie-Technologie weiterhin so rasant weiter entwickelt, werden wir in ein paar Jahren Akkus haben, die für Profi-Geräte kein Problem mehr darstellen.

Oswald: Es wird nach wie vor Traktoren und Rasenmäher geben, mit einem starken Anteil zum Akku – und dann rechne ich mit einer starken Verschiebung vom Rasenmäher zum Roboter. Elektromäher werden verschwinden, vor allem deshalb, weil die kabellosen Akku-Geräte preislich immer günstiger werden und damit auch die Zielgruppe der Elektromäher-Käufer erreichen.

ÖMM: Eine Zeitlang gab es bei AL-KO innovative Mitnahmeprodukte, wie Waschbox, ect. In den letzten Jahren hat man sich aber auf das Kern-Segment konzentriert. Ist in diesem Mitnahmesegment etwas zu erwarten?

Trippold: Da haben wir natürlich einige Innovationen am Start, aber ich bitte um Verständnis, dass ich darüber noch nicht reden möchte.

ÖMM: Wo sieht sich AL-KO in zehn Jahren?

Trippold: Wir sehen uns als innovativer Gartengeräte-Hersteller, der gerade in der Smart Home Technologie ein idealer Ansprechpartner für den Konsumenten ist. Es geht Richtung Akku, aber mit der Marke werden wir es weiterhin so halten wie bisher: AL-KO für alle und SOLO by AL-KO ausschließlich für den Fachhandel. Wir sind weiterhin auf der Suche nach attraktiven Unternehmen, die zu uns passen. Das betrifft nicht nur Gartengeräte-Unternehmen sondern auch Technologie-Unternehmen, die sich mit der Smarthome-Technologie auseinander setzen.

ÖMM: Apropos attraktive Unternehmen. Man kennt ja die Engpässe bei Akkus. Einige Hersteller haben sich bei Akku-Herstellern eingekauft. Wie sieht das bei AL-KO aus?

Trippold: Das sind Strategie-Entscheidungen, die vom Eigentümer getroffen werden. Aber selbstverständlich macht sich ein Unternehmen wie unseres darüber Gedanken.

ÖMM: In unserem Gespräch haben Sie mehrmals betont, wie wichtig der Fachhandel für Ihr Unternehmen ist.

Trippold: Ja, und das sage ich gerne nochmals. Egal mit welcher Technologie wir Österreichs Gartenbesitzer beliefern, wir werden immer Fachhändler brauchen, egal ob ein Jahresservice ansteht oder ein Roboter installiert werden muss. Allerdings ist heute der Ideenreichtum des Fachhandels wesentlich mehr gefragt als früher. Man kann sich nicht mehr nur auf das Geräteangebot verlassen. Der Fachhändler muss sich Gedanken machen, welche Dinge und Leistungen er den Kunden noch anbieten kann. Wie funktioniert denn das bisher mit dem Service beim Benzin-Rasenmäher: Wir machen einen Ölwechsel und schleifen die Messer. Beim Akku-Rasenmäher muss ich mir halt etwas Neues einfallen lassen. Wenn ich dem Kunden vermitteln kann, dass ein Roboter, der jährlich serviciert wird, dessen Messer geschliffen werden, weniger Kraft braucht und damit auch weniger Batterie, dass damit der Akku länger hält und die Mähleistung größer ist, dann hab ich eine Story für den Endverbraucher, mit der er etwas anfangen kann. Und genau das muss der Fachhändler vermitteln. Denn er ist der einzige, der direkten Kontakt mit dem Kunden hat. Wir als Industrie können nur Ideen einbringen, aber umsetzen muss es der Fachhandel. Wenn der eine vernünftige Story draus macht, dann kann er auch ein vernünftiges Geschäft draus machen.

ÖMM: Herr Trippold, Herr Oswald, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg.

01 19 02Im letzten Jahr wurde aus dem einzigen Standort, der sich weltweit mit der Produktion und dem Vertrieb von AL-KO Gartengeräte auseinandergesetzt hat, zwei getrennte Gesellschaften: AL-KO Gardentech Austria GmbH unter der Führung von Geschäftsführer Ing. Mag. (FH) Gernot Trippold, MBA (links im Bild) und Prok. Mag. Harald Oswald und die AL-KO Production Austria GmbH unter der Leitung von Prokurist Mag. Harald Oswald sowie einem Geschäftsführer, der in den nächsten Wochen bestellt wird.
Gernot Trippold wechselte 2005 als Vertriebsleiter für Österreich und den Export zu AL-KO Österreich. Seit 2018 ist er Geschäftsführer AL-KO Gardentech Österreich und Vice President Sales für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Mag. Harald Oswald leitete nach seinem Betriebswirtschaftsstudium in Graz von 2003 bis 2016 das Controlling in Obdach und übernahm von 2016 bis 2017 die kaufmännische Leitung, bevor er 2017 Werksleiter (Vice President Operations) und Prokurist der AL-KO Production Austria GmbH sowie Prokurist der AL-KO Gardentech Austria und Prokurist der AL-KO Kober GmbH Die AL-KO Gardentech Austria GmbH wurde.