Ausgabe 06/2018

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 Zero Turn

Der Mäher für die Zukunft?

Es ist ein Produkt, das polarisiert: Der Zero Turn oder auch Nullkreis-Wendemäher mit den eigenartigen Lenkhebeln, die man erst einmal beherrschen muss. Die Geräte kommen aus den USA, wo auch ihr größter Markt ist. In Österreich werden derzeit noch wenige Stückzahlen, vor allem im Profi-Bereich, verkauft.

Als wir davon sprachen, das Thema Zero Turn und die Marktchancen näher zu beleuchten, reichten die Reaktionen von purer Begeisterung „das sind die Geräte der Zukunft“ – „bis hin zu totaler Ablehnung“ – „wer braucht diese unlenkbaren Dinger denn schon?“

Doch was sind das für Geräte, die derart viele Emotionen wecken? Wie schon ihr Name sagt, sind Nullwendekreismäher Aufsitzmäher mit einem extrem engen Wendekreis. Sie drehen sich praktisch um die eigene Achse. So mähen sie schneller, wendiger und müheloser. Das erspart nicht nur das Nacharbeiten durch Rasenmäher oder Sense um Bäume oder Sträucher. Zero Turns können vor allem dort punkten, wo große Rasenflächen mit Baum- und Strauchbestand gemäht werden müssen, da durch die extreme Wendigkeit ein lästiges Nacharbeiten um Bäume und Sträucher entfällt. Außerdem sind die kompakten Zero Turns gegenüber normalen Rasentraktoren um bis zu 45 Prozent schneller und bieten jederzeit freie Sicht nach vorne.

Der Zero Turn ist, vor allem in Europa, ein relativer Neuling in der Rasenmäherszene. Obwohl das Design der vorderen Mähwerke bis in die 1940er Jahre zurückreicht, wurden 1966 mit dem Hustler von Hustler Turf erstmals Nullwendekreismäher unter dem Begriff „Zero Turn“ auf den Markt gebracht. Anfangs kamen die Mäher mit Nulldrehung nicht gut an. Sie waren einfach nicht schnell genug. Mit dem Aufkommen von billigeren und effizienteren Hydraulikmotoren wurde es jedoch möglich, einen effizienten und produktiven Rasenmäher in Massenproduktion herzustellen. Während in Amerika Zero Turns heute zur Basis-Ausstattung professioneller Flächenpfleger gehören, konnten sich in Europa Traktoren, Rider oder Aufsitzmäher besser durchsetzen.

Grundsätzlich ein Profi-Gerät

Zero Turns sind eine eigene Liga. Der klassische Einsatzbereich der Zero Turns liegt, nicht zuletzt durch die anfangs etwas schwer zu beherrschende Hebellenkung (die Steuerung erfolgt über zwei Lenkhebel, die vor dem Fahrer angeordnet sind und direkt auf die Hydraulikmotoren wirken, die für den Antrieb der Räder sorgen), im Profibereich zur Pflege von öffentlichen Grünflächen, Parks oder auf Sportflächen. Die Profigeräte schaffen auch große Flächen mit Schnittbreiten über 250 cm. Motorisiert sind diese Geräte mit Benzin- und Dieselmotoren. Die Anschaffungskosten liegen im Bereich von einigen zehntausend Euro (je nach Ausstattung). Schön langsam erobert der Zero Turn aber auch Privatkunden. Hier beginnen die Schnittbreiten bei 80 cm und hören – vernünftigerweise – bei 120 cm auf. Für Consumergeräte werden ausschließlich Benzinmotoren aufgebaut – in der Leistungsklasse bis maximal 20 PS.
Der klassische Zero Turn ist ein Seitenauswerfer, der mittels Steckteil zum Mulcher umgebaut werden kann. Allerdings gibt es mittlerweile auch eine Reihe von Geräte mit Heckauswurf – manche sogar mit Hochentleerung.

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Kleiner Markt

Groß ist er nicht, der Markt für Zero Turns. Tatsache ist, dass in Österreich geschätzte 150 Stück jährlich verkauft werden. Doch ganz genau weiß man das leider nicht, da die Anbieter sehr zurückhaltend mit der Vermittlung von Zahlenmaterial umgehen.

Der Grund für die kleinen Stückzahlen liegt, abgesehen vom Preis, an der „Einstiegsbarriere“ Lenkung, an die man sich erst gewöhnen muss.
Darüber hinaus gibt es eine interessante These eines Anbieters: Er meint, dass das Produkt bisher zu wenig beworben wurde, weil die Hersteller sich vielfach auf emotional leichter zu bewerbende Produktgruppen wie Roboter oder auch Frontmäher konzentriert und zu wenig für das Image der Zero Turns getan hätten. Außerdem ließ der eine oder andere Anbieter durchblicken, dass sich – vor allem im Profi-Segment – zunehmende Verkaufszahlen beim Zero Turn negativ auf die verkauften Stückzahlen bei Profi-Frontmähern auswirken könnten. Doch das muss nicht sein: Vielleicht wären gerade Zero Turns eine weitere interessante Produktgruppe für so manchen Fachhändler, um sich gegenüber seinem Nachbarn zu profilieren.

Marktübersicht

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